Terpenprofil

Kategorie: Wissenschaft · Niveau: Fortgeschritten

Das Terpenprofil zeigt, welche Aromastoffe eine Cannabisprobe enthält und in welcher Menge, und erklärt so Duft und Geschmack einer Sorte.

Ein Terpenprofil ist die Liste der Aromastoffe in einer Cannabisprobe und ihrer Mengen, meist als Gewichtsprozent angegeben. Gut angebaute Blüten enthalten typischerweise 1 bis 4 Prozent Terpene insgesamt, der Großteil davon stammt von drei bis fünf dominanten Terpenen. Das Profil entscheidet, ob eine Sorte nach Zitrone, Diesel, Pfeffer oder Kiefer riecht.

So wird es gemessen: Labore nutzen Gaschromatographie, oft mit Massenspektrometrie oder Flammenionisationsdetektor, um Terpene wie Myrcen (erdig, moschusartig), Limonen (Zitrus), Beta-Caryophyllen (Pfeffer, Gewürz), Terpinolen (frisch, harzig, leicht blumig), Linalool (Lavendel), Alpha und Beta Pinen (Kiefer) und Humulen (holzig, Hopfen) zu trennen und zu messen. Oft werden die drei Haupt Terpene ausgewiesen, eine schnelle Vergleichsmöglichkeit. In Deutschland geben viele Apothekensorten und Hersteller von Medizinalcannabis ihre Terpenprofile an.

Wie man es nutzt: Forschung und Züchter ordnen Cannabis zunehmend nach Chemotyp, also der Kombination aus Cannabinoiden und dominanten Terpenen, weil Indica und Sativa wenig über die Chemie aussagen. Ein Terpenprofil sagt mehr über Duft und Geschmack als ein Sortenname, denn derselbe Name kann von Charge zu Charge schwanken. Aussagen, ein bestimmtes Terpen mache Cannabis entspannend oder anregend, sind größtenteils noch Hypothesen, oft im Zusammenhang mit dem Entourage Effekt. Terpene sind flüchtig, Wärme, Licht, Luft und lange Lagerung senken ihren Gehalt; Ernte oder Prüfdatum gehören deshalb zum Lesen eines Profils dazu.

Auch bekannt als

Terpenspektrum, Terp Profil, Terpenanalyse

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